Countdown zum Schwedenhaus – Außenansichten

 

Nun ist der April auch schon wieder längst Geschichte und auf meinem Blögchen war es etwas still.
Das lag hauptsächlich an den zwei schönen Wochen Osterferien samt Besuch
der Verwandtschaft aus Deutschland, den wir genossen haben.
Nun jedoch mit dem neuen Monat Mai sind wir wieder im Alltag und gehen einen gewaltigen Schritt in Richtung Neu-Zuhause: Die Bodenplatte für unser Schwedenhaus kommt! Also ein guter Zeitpunkt, um mal ein paar weitere Details zu unserem Traum aus Holz auszuplaudern. 


Wie wir zu der Entscheidung „Schwedenhaus“ gekommen sind, hab ich Euch ja bereits in den zwei vorherigen Beiträgen unter der Rubrik Schwedenhaus (hier und hier) erzählt.
Die Fülle an Häusertypen (ob Holz- oder Massivhaus) gibt ja unendlich Potential, unzählige Abende und Wochen mit Gucken, begleitet von Oooh- und Aaah-Ausrufen, zu verbringen. Und wenn man sich denn mal grob für einen Typ Haus entschieden hat, ist man längst nicht durch mit dem Thema. 

Zunächst einmal entschieden wir uns für ein Schwedenhaus im New England-Stil aus dem Katalog des Anbieters unserer Wahl, welches unseren Ideen und Vorstellungen am nächsten kam und arbeiteten damit weiter. 

In unserem Baugebiet sind laut Bebauungsplan nur anderthalb-geschossige Häuser zugelassen – dumm, da wir doch gern zwei Vollgeschosse haben wollten.
Auf Nachfrage hin hieß es: Die Wohnfläche unten muss um ein Drittel größer sein als die Wohnfläche im Obergeschoß, dann könnten wir die zwei Vollgeschosse realisieren… und schon war unser Küchenanbau geboren!

Das war also unsere Grundlage. Darauf bauten wir auf.

Natürlich gab es auch ganz konkrete Wünsche bei der Planung unseres Hauses, welche sich glücklicherweise alle umsetzen ließen und die nun für uns persönlich die Highlights unseren zukünftigen Zuhauses sind:

1. Viel Licht
Nach knapp 3 Jahren Leben in China mit vielen Tagen „Smog-Alarm“ und “Budehocken”, für mich unabdingbar! Also achteten wir darauf, dass die Räume genügend Tageslichtquellen, sprich Fenster, haben. Wer die hinterher alle putzen soll, darüber streiten wir noch… 

Auch bei der Ausrichtung des Hauses auf dem Grundstück achteten wir dabei auf den Lichtfaktor. Küche und Wohnbereich liegen daher auf den Sonnenseiten.

2. Platz
Von vielen bekommt man ja direkt den Einwurf, wenn es ums Thema Hausbau und Größe geht: Baut nur nicht zu groß! Wenn die Kinder ausziehen…
Wir kommen als fünfköpfige Familie nach 7,5 Jahren Weltenbummelei und Wohnen in den unterschiedlichsten Häusern mit Abstrichen in verschiedener Hinsicht, wieder in die Heimat. Da möchten wir, wenn möglich, gerne leben und nicht nur wohnen! Jeder soll seine Rückzugsmöglichkeit haben. Jeder soll Besuch mitbringen können.
Jeder soll sich entfalten können.

3. Großer Eingangsbereich
Es ist wirklich ganz unglaublich, was sich so mit Kindern an Jacken, Schuhen und sonstigem „Zubehör“ sammelt – selbst in Mexiko, wo es keinen echten Winter gibt!
Der Göga (also der mit den wenigsten Klamotten…) hat daher einen großen Flur beantragt. Wenn er denn mal nach Hause kommt, möchte er wohl hinter den großen Schuh- und Jackenbergen auch gesehen werden. Es sei ihm gegönnt!!

4. Überdachte Veranda
Das war schon immer mein Traum! Selbst bei sanften Sommerregen draußen die Natur genießen!
Dass diese von der Küche und dem Wohn-/Esszimmer aus begehbar sein wird, ist nur noch das i-Tüpfelchen.

5. Helle Essecke
Durch die Notwendigkeit eines Anbaus, wenn wir unser Haus zweigeschossig umsetzen wollen, kommen wir nun in den (wie ich persönlich finde) Luxus, einer Sitzecke in der Küche. Diese wollten wir ganz besonders hell gestalten – als zukünftiges Kommunikationszentrum des Hauses! Daher haben wir dort auch besonders viele und große Fenster geplant.

6. Überdachter Eingangsbereich
Sicherlich, bei den meisten Schwedenhäusern ist die überdachte Eingangsveranda normal, aber für uns was ganz besonderes.
Deshalb haben wir auch gleich ein kleines Vordach beim Nebeneingang miteingeplant.

7. Kamin
Über Kamine kann man sich wohl auch streiten. Wegen der Umwelt und dem Feinstaub…
Wir wollten aber auf die Atmosphäre, die ein solcher ausstrahlt, nicht verzichten und haben uns für einen Drei-Seiten-Kamin entschieden. Dieser wird das Wohnzimmer vom Essbereich trennen und uns hoffentlich viele lange gemütliche Herbst- und Winterabende lang begleiten.

8. Schaukel
Kein (Kinder-)Leben ohne Schaukel! Dafür wird wegen der Statik ein extra Balken zwischen Ess- und Wohnzimer mitverbaut, damit das Haus beim Schaukeln nicht in Seenot gerät.
Kommentar vom Göga: Ein teurer Spaß! Aber ich weiß ja, es geht kein Weg daran vorbei!

#ganzgenau #schlauergöga

9. Allrum
Sozusagen der Familienraum und der Klassiker in schwedischen Häusern.
Wenn jeder sein eigenes Reich hat und dazu durch den Umstand des Küchenanbaus ausreichend Platz im Wohnbereich zur Verfügung steht, die Frage, ob man einen Allrum dann noch unbedingt braucht.
Wir wollten jedoch den Flur der oberen Etage ein bisschen offener gestalten und nicht von unten her in einen dunklen „Schlauch“ gehen.

Geplant haben wir hier eine kleine Bibliothek, in der wir die Familienleseschätze aufbewahren wollen und sonstige Dinge, welche von allen Kindern genutzt werden.

Blieb nur noch die Gestaltung der Außenfassade bzw. die Qual der Wahl der Fenster. (Wie viele verschiedenen Varianten Sprossen zu platzieren, gibt es eigentlich…???)
Besonders schwer fiel uns die Entscheidung zwischen Quer- und Längspaneelen. Also machen wir einfach beides!
Die Fenster ergaben sich dann irgendwie von selbst.

Und so wird es aussehen:

Ansicht Eingang und rechte Hausseite (Nord-Ost):

Ansicht Terrasse und Küchenanbau (Süd-West):

Hinsichtlich der Farbe hingegen, kristallisierte sich mit zunehmender Planung raus… es kann für uns nur ein Weiß werden!

Blauäugig ist man auch mit grünen Augen! Also rief ich beim Farbenhandel an und erkundigte mich nach einem “einfachen” Weiß. Dort wurde ich natürlich sofort aufgeklärt, dass neben dem Bestseller “50 Shades of Grey” natürlich noch unzählige andere Shades von jeder beliebigen Farbe existieren!
Bei einem einfachen “Reinweiß” würden wir riskieren – egal zu welcher Jahreszeit – nur mit einer Sonnenbrille auf den Hof fahren zu können, weil dieses so hell und gleißend wäre. Na man gut, dass wir drüber gesprochen haben…!

Dank der medialen Vernetzung (in diesem Fall Instagram), bekam ich Kontakt zu einer anderen Schwedenhausbesitzerin aus der Schweiz, deren Haus auch Weiß ist und auf Fotos unheimlich gut rüber kommt. Sie war so lieb und verriet uns den Farbton.

Also werden wir nun ganz mutig diesen Farbton bestellen und ohne Voranstrich auf volles Risiko gehen… (Gibt es Schwedenhaus-Bauer, die zuvor nie in Schweden waren und gibt es Schwedenhaus-Bauer, die keinen Voranstrich gemacht haben…?? Ja, gibt es!! #affenemoticondersichdieaugenzuhält )

So also kam eins zum anderen und am Ende ist es nun das, worauf wir nie zu hoffen gewagt hätten. Natürlich auch dank der Architekten unseres Anbieters, die aus einem Kataloghaus ein Haus nach Kundenwunsch machen.

Und ganz egoistisch denken wir: Das haben wir uns verdient!

Leben im Ausland, vor allem mit kleinen Kindern, ist nicht immer einfach. Und vieles haben wir entbehrt. Wir sind nicht von Natur aus zu Weltenbummlern geboren. Wir wissen den Heimathafen Deutschland und die Vorzüge in unserem Heimatland zu schätzen. Außerdem nach „Erleben“ chinesischer und mexikanischer Baukunst… die Qualität von deutscher Handwerkskunst (und natürlich der schwedischen!!) lässt sich nicht vergleichen!

Und wir lieben schon immer das Leben Zuhause! Haben schon immer lieber in unser Heim investiert als in Urlaube.
Durch den beruflichen Werdegang des Gögas haben wir außerdem erst mal genug von der Welt gesehen. Oberste Priorität ist daher jetzt: die Schaffung eines Zuhauses für unsere Kinder und uns.

Und hier wird es stehen:

Jaaaa, ein furchtbar winzig kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein gewaltiger für uns Weltenbummler! Nur Häuslebauer können sich über farbig angesprühte Holzpflöckchen freuen! 

Natürlich haben wir auch jede Menge Respekt, was da an Arbeit auf uns zukommt. Auch was die Gestaltung des brachliegenden Grundstückes angeht.
Aber der Göga und ich haben noch nie Arbeit gescheut. Im Gegenteil. Das Werkeln an Haus und Grundstück war schon immer etwas, das wir mit viel Freude und Hingabe gemacht haben.
Nach getaner Arbeit an Haus und Garten völlig verdreckt und verschwitzt mit einem Gläschen Sekt in der Hand, breitem Grinsen und zufriedenem Bauchgefühl auf unser neues Werk blicken… Genau auf diesen Moment freuen wir uns jetzt schon riesig!

Wenn unser Haus also nun in gar nicht mehr so vielen Wochen (am 12. Juni) aufgestellt wird, fliegen wir knapp 3 Wochen später hinterher und werden sicher sehr aufgeregt sein, während des langen Fluges nach Deutschland.
Es gilt dann vor Ort wesentliche Dinge zu klären, damit wir nach unserem letzten Jahr im Ausland, im Sommer 2018 auch direkt einziehen können… 

Eins muss ich aber noch dazusagen.
Ich bin nicht abergläubisch oder so, aber in den vergangenen Jahren hab ich gelernt, nichts für selbstverständlich zu nehmen. Somit freue ich mich zwar sehr über diesen Geschenk, in der Lage zu sein, ein Haus (der Träume) zu bauen, aber es sind noch einige Monate bis zu unserem Einzug.
Wenn ich gesund und munter mit meiner Familie im Sommer 2018 in Deutschland aus dem Flieger steige, dann – und erst dann – beginnt die wahre unbändige Freude! 

To be continued…

Eure Buntlocke

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Julia

Hallo Janina,
die Hausansichten schauen ganz, ganz toll aus! Da das Thema Schwedenhaus hier auch gerade aktuell ist, wäre es toll wenn Du mir vielleicht den Hausnamen Eures “Ausgangsmodells” verraten könntest, bin bei Rörvikshus nicht fündig geworden. Ausserdem würde mich der Instagram-Account interessieren, von dem Du geschrieben hast … ☺
Liebe Grüße nach Mexiko
Julia