Der 1. Geburtstag – himmelblaue Qualen, Abschiede und ein bisschen Deko

Und schwupp ist ein Jahr rum!
Da haben wir gerade noch darüber nachgedacht, ob wir die Nr. 3 angehen – immer noch im Ausland, ohne familiäre Unterstützung und mit zwiegespaltenen Gefühlen hinsichtlich landestypischen Besonder- und Eigenheiten was Ärzte, Schwangerschaftsvorsorge und Geburt angeht, da ist das alles schon wieder Geschichte.

Dass diese dritte Schwangerschaft nicht immer ganz ohne war und auch die Geburt ihren ausländischen Charme nicht missen ließ, konntet Ihr ja bereits in den vorherigen Beiträgen (hier und hier) nachlesen.
Das erste Jahr mit dem kleinen Mexikaner hatte es jedoch auch in sich – was aber nicht unbedingt nur am Ausland lag.

Zum einen sind da ja rein grundsätzlich auch noch zwei weitere Kinder, die ab und an etwas der Aufmerksamkeit bedürfen, aber das größte Thema überhaupt in diesem ersten Jahr war: Schlafmangel!

Akuter, dauerhafter, fürchterlicher und nicht enden wollender Schlafmangel!

Du meine Güte!! Es heißt ja, jedes Kind ist anders. Aber soooooo anders? 
Der große Sohnemann hatte seine Momente, aber i.d.R. war er ein guter Schläfer. So 1-2 mal die Nacht hatte er sich gemeldet und noch lange vor dem ersten Jahr komplett durchgeschlafen.

Den Vogel schoß die Mittlere ab. Ab dem 5. Lebenstag schlief sie durch!
Ich konnte es nicht glauben und nahm erst das Schlimmste an, als ich aufwachte, weil die Oberweite Still-Alarm vermeldete und der Wecker, dass es bereits 6 Uhr morgens ist! 
Nach hektischem Nachschauen dann die Feststellung: sie schläft! Seelenruhig!

Und nun unser kleiner Mexikaner!
Was habe ich mit dem für Nächte durch! Dabei waren die ersten drei Monate relativ ok. Also eben das, was man mit einem Neugeborenen so erwartet. Aber dann ging es los… Alle 45 Minuten, alle 2 Stunden, in sehr sehr viel kürzeren Abständen, irgendwas dazwischen, aber niemals länger! Und das bis kurz vor seinem 1. Geburtstag.

 

Als bereits zweifache Mutter denkt man ja, dass einem keiner mehr was vormachen kann. Man weiß, wie der Hase läuft! Das dritte Kind wuppt man doch gelassen mit links und wird nebenher von selbst groß!
Und dann findet man sich wieder – mitten in der Nacht zwischen 1.30 Uhr und… unendlicher Müdigkeit – am Handy, im Internet… lesenderweise! Auf der Suche nach Antworten und dem ultimativen Tipp.

Quasi ein bisschen so wie beim ersten Baby! Wo man sich oft fragte, ob das eigentlich alles so normal ist, was das Kind da macht. Wann die Zähne kommen, ob es vielleicht gerade einen Schub durchmacht oder vielleicht einfach nur quengelig ist oder oder oder…

Nun, eigentlich wider besseren Wissens liest man dann plötzlich auch beim Dritten wieder.
Um dann die Bestätigung für sich zu bekommen: Es nutzt nichts! Es gibt keinen ultimativen Tipp. Jedes Kind ist anders!
Akzeptiere einfach, dass Dein Kind ein besch…eidener Schläfer ist! 

Es gibt Dinge, durch die müssen Kinder und Mütter einfach durch. Auch wenn Letztere auf dem Zahnfleisch geht und sich vor lauter schlechten Nächten in ihrem Gehirn ein großes schwarzes Loch auftut. Eines, das Einkaufslisten, tagtägliche Dinge und Geburtstage sowieso, einfach in sich aufsaugt.

Es ist wirklich unglaublich was Schlafmangel so bewirkt!
Manches Mal habe ich gedacht, dass ich heilfroh sein kann, wenn nach dem Einkauf zwar Brot, Eier und Milch fehlen, aber immerhin alle (meine…!) Kinder wieder mit nach Hause gekommen sind!

Es gab Momente an Wochenenden, da wollte die ganze Familie irgendwohin.
Alle sitzen (natürlich wie immer und in jeder Familie, oder??) im Auto und warten auf Muttern.

Diese rennt jedoch mit dem Kommentar los, dass sie nur eben noch mal schnell dieses und jenes aus der Küche holen muss…

Dann passiert eine ganze Weile gar nichts!

Bis der Göga sich dazugesellt, mit einem mildem Lächeln und der ratlos in der Küche stehenden Kopflosen erklärt:
“Du wolltest dieses und jenes holen!”

– “Aaaah…!”

 

Ich muss wirklich sagen. Der Schlafmangel war die reinste Qual! Zumal mit zwei weiteren Kindern nebendran, es nahezu unmöglich ist, tagsüber etwas von der verpassten Schlafenszeit nachzuholen.
Aber, es heißt, wenn das Kind tagsüber glücklich und zufrieden ist, dann war die Nacht gut! Demzufolge waren die Nächte für mein Kind IMMER gut! Und das ist doch auch irgendwie beruhigend!? 

Und nun?!
Eine Woche vor seinem ersten Geburtstag fing der kleine Mexikaner an, durchzuschlafen! Einfach so! Ohne, dass ich irgendwas anders gemacht hätte.

So ist das Thema Augenränder zusammen mit dem erstes Lebensjahr unseres dritten Glückspakets auch wieder Geschichte… Dieses besondere erste Jahr!

So, und weil wir ja auch noch ganz nebenbei im Ausland leben, hat mich dieses besondere erste Jahr, welches ich eigentlich noch mal
b e s o n d e r s genießen wollte, so ziemlich an meine Grenzen gebracht.

Das gebe ich nur ungern zu. Weil ich doch immer alles mal eben ganz cool so nebenbei wuppe – oder zumindest den Anschein erwecke.
Neben dem fiesen Schlafmangel, war es insbesondere das tägliche Allerlei hier im Ausland – mit dem quasi permanent abwesenden Göga und das Auf-sich-alleingestellt-sein. 

Dazu Sondersituationen wie die Verwicklung in zwei Verkehrsunfälle auf einer 6-spurigen überfüllten Straße (natürlich mit Kindern dabei), die Sprachbarriere, die Sorgen zum Thema Sicherheit und natürlich auch die Planung unseres neuen Zuhauses in Deutschland. Mit Handwerkern über eine schlechte Verbindung und mit Kindern auf der Hüfte zu telefonieren, kann ein schon mal den letzten Nerv rauben.

Oder deutlicher gesagt: 
Manches Mal dachte ich, ich müsste den Verstand verlieren!
Und ganz ehrlich… manches Mal dachte ich, wie schön das wohl wäre!
Denn dann könnte ich eventuell in die Klapse eingeliefert werden und hätte im Idealfall mit Privatversicherung im Ausland ein eigenes Zimmer, würde Essen geliefert und täglich eine Valium bekommen! Wie himmlisch wäre das denn!?!  😆 

 

Joaaa! So ist das!
Mutterschaft!
Ein Leben auf der Überholspur und manchmal ganz nah am Abgrund. Die lieben Kleinen, die uns alles bedeuten, bringen uns gern mal an unsere Grenzen. Deswegen lieben wir sie ja nicht weniger! Aber ein paar wahre Worte tun mal gut zwischendurch! Wir sind nicht immer Supermütter, auch wenn wir uns so lieber sehen. Verabschieden wir uns einfach von der Illusion und leben wir ein Stück entspannter! 

So, und da Mütter eben nicht immer ganz rational sind, trauere ich trotz der vielen Anstrengungen in den vergangen Monaten, diesem ersten – diesem für mich letzten – ersten Jahr nach!

Wo ist es geblieben? Es ging so viel schneller um, als die anderen beiden ersten Jahre (mit dem 1. und 2. Ableger)! 

Mein Kopf muss da erst mal hinterher.
Da kann er plötzlich sitzen und ich lege ihn unbewusst doch noch immer in den Wagen, wie einen kleinen Säugling.
Da robbt er plötzlich durch die Gegend! Da möchte er plötzlich all das essen, was die anderen in der Familie auf ihren Tellern haben.
Und da schläft er durch und… Da schläft er durch!!! – Ernsthaft! Da schläft er durch!

Dann läuft plötzlich dazu das Abstillen nebenher!
Wieder ein Stück neue Freiheit, aber auch wieder ein Abschied.

So sind die Mütter! Zwischen Stoßgebeten zum Himmel, man möchte doch mal nur 5 Minuten auf dem Klo in Frieden für sich allein… und: Waaaaas? So selbstständig schon?! Was ist denn aus meinem Baby geworden?!???!

Aber so ist das Leben. Und besonders mit Kindern.
Es ist das größte Glück auf Erden und gleichzeitig ein hartes Stück Arbeit.
Manchmal sind es auch Qualen, aber immer sind es wunderbare neue Abenteuer. Und jeden Tag gibt es Neuerungen und Abschiede.

In diesem Sinne: Tschüss, Du in vielerlei Hinsicht besonderes erstes Jahr!

Du warst so besonders, dass wir an diesem 1. Geburtstag auswärts essen gegangen sind. In MEIN Lieblingsrestaurant! Ja, ich hatte das Gefühl, ich müsste mich selbst auch ein bisschen feiern und belohnen… 

Und jetzt… freue mich wahnsinnig auf das zweite Jahr!

Eure Buntlocke

 

PS. Noch einige Impressionen zu unserem himmelblauen Tag…

Neuerungen gab es auch bei der Geburtstagsdeko: DIY Meilensteintafel und Geburtstagslicht in the making…

 

Unser Familienschatz: die Geburtstagsdecke! 

 

Fertig und gerahmt: die Meilensteintafel

 

Ratzfatz-Geburtstagstorte mit zuckerarmen Tortenboden, Sahne und Beeren

 

↠ Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt. 
Rainer Maria Rilke

 

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Mom: I want a magical unicorn for Christmas!
Santa: Be realistic.
Mom: Ok, I want 5 minutes for myself each day to have my coffee hot and pee in peace.
Santa: What color do you want your unicorn? 

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