Ein Haus? Ein Schwedenhaus! – Teil 1

Meine Mama sagt immer, wir führen ein Leben auf der Überholspur – weil wir so vieles immer nebenbei und nebendran, von weit weg, im Voraus, mal eben so, schnell vor Abflug, während wir anderes machen, im Blindflug, ohne Probe, kurzfristig im Nachhinein und mit fliegenden Fahnen machen… Und wenn wir das schon so machen, warum dann nicht auch ein Haus aus der Ferne bauen?

Natürlich muss man überhaupt erst mal in die Lage kommen, ganz neu anzufangen und selten passiert das einfach so. 
Nie hätte ich mir träumen lassen, dass wir das Haus-Thema noch einmal komplett von vorn beginnen würden und dass ich selbst entscheiden könnte, wo genau mein Klo stehen soll. Also äh, unter anderem…


Wie es dazu kam:


Wir hatten 2003 bereits ein Haus aus den 80ern gekauft, in das wir viel Zeit, Arbeit und natürlich Geld investiert hatten. Auch das über 1.000 qm große Grundstück haben wir nach und nach komplett durchgeackert und nach unseren Wünschen umgestaltet.

Als dann knapp 7 Jahre später der Anruf aus China kam – der Startschuss für unser Auslandsleben – hatten wir gerade die Baugenehmigung für einen Komplettumbau des Dachgeschosses in der Hand. 

Da nach so einem Anruf die Mühlen in Sachen Auslandsentsendung langsam anfangen zu mahlen, haben wir erst mal unseren Plan weiter verfolgt. 
Das Dach wurde größtenteils entfernt und neue Gauben draufgesetzt, durch die wir mehr Platz gewannen. Zwischenzeitlich wurde es jedoch immer konkreter in Sachen China und wir flogen für eine Woche nach Peking, um uns dort für die kommenden 3 Jahre eine Bleibe zu suchen.

Dann kam der Tag der endgültigen Abreise. Ich sehe mich noch am Vormittag mit dem Fensterbauer auf der Terrasse stehen und die Bestellung der Fenster für das Dachgeschoss klarmachen. Am späten Nachmittag flogen wir ab und verließen unser Zuhause, welches unten neu renoviert und oben eine offene Baustelle war!
Dass wir einmal verkaufen würden, hätten wir uns zu dem Zeitpunkt niemals vorstellen können.

Nach knapp drei Jahren China und gestellten Weichen für Mexiko dann, meinte der Göga plötzlich, dass wir eventuell über den Verkauf unseres Hauses nachdenken sollten. Zum einen sei noch einiges daran zu tun, zum anderem kamen weitere 4 Jahre dazu, in denen sich jemand in unserer Abwesenheit darum kümmern musste.

Das Thema musste erst mal verdaut und durchdacht werden. Aber die Sache nahm ihren Lauf und ich verabschiedete mich von meiner gefühlt 150 m langen Buchshecke, unzähligen Rosen und Hortensien… Wir verkauften – sogar recht schnell und nicht zuletzt wegen dem Garten – , räumten alles leer, packten unsere Sachen erneut und zogen mit gefühlt weniger Ballast auf der Brust nach Mexiko.

Die Tatsache, dass wir in den vergangenen Jahren nur während der kurzen Heimatbesuche in unserem Haus gewohnt haben, vereinfachten mir den Abschied. Den Abschied von einem Haus, welches nach dem Zuhause bei meinen Eltern, mein erstes richtiges Zuhause war. Die “Herbergen” während Ausbildung und Studium kamen da nicht ran, denn diese waren ja von Beginn an nur auf Zeit ausgerichtet.

Aber genau so ist es auch, wenn man im Ausland lebt… Wir wohnen hier zwar wieder in einem Haus, aber es ist kein Zuhause! Nur eine weitere Herberge für 3,5 Jahre. Und so beschäftigt einen der Gedanke an ein richtiges Zuhause immerwährend und die Sehnsucht danach wächst. Vor allem, wenn man durch mehrere Umzüge innerhalb vglw. kurzer Zeit immer wieder aus seinem Umfeld gerissen wird. Man fühlt sich ankerlos!  

Also war klar, nach Ablauf unserer Zeit in Mexiko geht es auf jeden Fall wieder Richtung Heimat und am Besten natürlich direkt in ein richtiges Zuhause.

So, und wo kriegen wir eins her?
Fortsetzung folgt…

Eure Buntlocke

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: