Ein Haus? Ein Schwedenhaus! – Teil 2

Wo fängt man an, wenn man auf (Zu)Haussuche ist?
Man entscheidet sich erst mal zwischen Alt- oder Neubau.
Der Göga, mittlerweile mit einem Arbeitspensum, das große Renovierungen in Eigenleistung kaum mehr möglich macht, wollte gern was Neues! Keine Lust mehr auf Kompromisse…
Und ich? Ich theoretisch auch, aber trotzdem immer mit einem Auge zwischen den Immobilen-Anzeigen im Internet. Vielleicht wird ja zufällig DAS Traumhaus angeboten, mit Traumgarten und alles ganz genau in meinem Traumgeschmack gebaut, eingerichtet und angelegt… Achso, und natürlich zu einem Traum-Preis!? – Träum’ weiter!


Also fingen wir ein gutes Jahr nach unserem Umzug an – unter mexikanischer Sonne sitzend – nach Grundstücken in unserer norddeutschen Ecke zu suchen. Haben wir vorher in einer recht großen Gemeinde gelebt – mit Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten etc. – wurde uns bei der Suche ziemlich schnell klar: Infrastruktur kostet Geld! Aber so ganz ohne wollten wir auch nicht…

Um es abzukürzen: Der Zufall wollte es so und der Göga stieß während einer seiner Geschäftsreisen nach Deutschland auf ein Grundstück in einem schönen niedersächsischen Dorf mit vielen Fachwerkhäusern, alten hohen Bäumen, Geschichte nebendran, Kindergarten, Grundschule, Tante-Emma-Laden mit Poststelle, Bäcker, beheiztem Schwimmbad und einer Gaststätte.
Was will man mehr?
Wir wollen nicht mehr, fragten an und reservierten das Grundstück, bis auch ich die Möglichkeit hatte, mir alles selbst während unseres Heimataufenthaltes im vergangenen Jahr anzuschauen.
Bingo! Gesehen, gekauft! Mit dem Grundstück im Gepäck flogen wir wieder nach Mexiko – aber auch schon mit konkreten Plänen für unser neues Haus!

Denn bereits während der Zeit der Reservierung des Grundstücks, fingen wir an zu überlegen, welche Art Haus uns eigentlich gefällt. Durch die vielen Umzüge hatten wir Gelegenheit, in Häusern mit unterschiedlichen Stil-Richtungen zu leben. Die anfängliche Euphorie über die stylischen Sichtbetonwände in unserer derzeitigen Bleibe ließ recht schnell nach (was sicher aber auch dem Gesamtkonzept des Hauses geschuldet ist und der Tatsache, dass es hier keine Heizung gibt. Beton wirkt nun mal kalt. Und ja, in Mexiko bei über 2.000m Höhe kann man im Winter schon mal ganz gut eine Heizung vertragen…).

Was also für schöne Instagram-Fotos funktioniert, funktioniert für uns jedoch nicht zum Leben und der sehr moderne Stil schied aus. Da wir das Thema Schrägen durch unser vorheriges Zuhause gut kannten, war ausserdem klar, dass es 2 Vollgeschosse werden müssen.
…und schon immer finde ich Sprossenfenster schön!! Ein leuchtendes Lämpchen hinter einer Sprossenscheibe – es gibt nichts Einladenderes für mich!
Und so näherten wir uns immer mehr dem an, was es letztendlich geworden ist – zumindest erst mal auf dem Papier. Einem zweigeschossigen Haus im Neu England-Stil und dazu noch komplett aus Holz! Ein Schwedenhaus!

Ziemlich schnell fanden wir auch den passenden Anbieter: Rörvikshus.
Die Häuser haben es uns einfach angetan und einen Moment später waren wir auch schon mittendrin – in der Grundrissplanung eines Schwedenhauses, obwohl wir doch noch nie zuvor auch nur annähernd in der schwedischen Ecke gewesen sind (und ich denke, das Ikea-Einrichtungshaus bzw. deren Hot Dog Stand zählt nicht).


Während des besagten knapp dreiwöchigen Deutschland-Aufenthaltes (ich nenne es bewusst nicht Urlaub, denn leider haben diese Reisen nicht viel mit Urlaub zu tun, sondern viel mehr mit dem Abarbeiten von Einkaufslisten und unzähligen Meet-and-Greet-Terminen) quetschten wir also noch 2 Nächte Schweden mit rein.

Reise und Aufenthalt gestalteten sich folgendermaßen:
Mehrere Stunden am Stück Hochbügeln – vorbei an unzähligen Ikea-Einrichtungsgegenständen (äh, ich meine Ortschaften) bis nach Rörvik. Murmeltierartiges Schlafen in dem uns zur Verfügung gestellten Ferienhaus zum Probewohnen. Frühes Aufstehen und ganztägiges Meet, Greet & See bzw. Durchhecheln von gefühlten 265.000 Fragen zusammen mit dem Vertriebspartner aus Deutschland. Am frühen Abend passten wir mit dem Kopf durch keine Tür mehr und es folgte wieder murmeltierartiges Schlafen. – Das Raumklima war einfach toll!!…
Nach kurzem Durchatmen und einem letzten Blick auf den See, der direkt hinter dem Haus lag, rauschten wir am frühen Morgen wieder Richtung Deutschland davon.

Das war nun der Ausflug in Victorias Königreich…
Hallo Schweden, tschüss Schweden! Und: Ooh, guck mal da!
Ein Schild mit einem Elch drauf! 

Wir waren so überfüllt mit Eindrücken und Infos, dass wir kaum klar denken konnten. Aber im Bauch machte sich ein ganz wohliges Gefühl breit!
Es wird ein neues Haus. Unser. Schweden(zu)haus(e)! 

Eure Buntlocke

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