Eine Woche und was sie verändern kann

Eine Woche ist vergangen seit meinem letzten Post – sowohl bei Instagram als auch hier.
Eine Woche in der ich einiges erkannt und verändert habe.

Eigentlich ging das Erkennen bereits am vorigen Samstag los…

Da sagte der Göga: Heute ist der Tag der Tage! Du gehst zum Friseur!
Okeeey…! Kein schlechter Start für ein Wochenende!
Aber dann klingelte das Diensttelefon. Und wieder und immer wieder und noch mal und…

Da stand ich nun. Die Idee von frischer Farbe auf dem Kopf und drei Kinder, von denen mich zwei mit großen fragenden Augen anblickten:
Was machen wir denn heut’?
(Die Augen des dritten 9-Monate-alten Kindes sagen derzeit immer noch: Was Du machst, mach’ ich auch, Mama!..!) 

Ich blickte auf das Chaos um mich herum, hörte im Nebenzimmer den Mann telefonieren und fühlte die erwartungsvollen Blicke der Kinder auf mich ruhen.
Hin- und hergerissen zwischen: “wenn schon nicht Friseur, dann müsste ich dringend Ordnung machen” und “wie erfülle ich denn nun die Erwartung der Kinder?” (Und warum nur muss dieses Telefon denn auch am Wochenende so viel klingeln?!?!!)

Da ich mich, entgegen dem hier allgemeinen familiären Glauben, nicht spontan in mehrere Teile klonen kann, fing es in meinem Kopf an zu arbeiten und der Satz einer anderen Mama kam mir wieder in den Sinn:
Warum denn nicht mal die unschönen Dinge abgeben!?? 
(Definition “unschöne Dinge”: Wäscheberg des Todes, schmutzige Geschirr-Flut, die Macht übernehmende Wollmäuse, Mini-Biotope unterm Esstisch und so weiter und so fort…)

Für mich sind Wochenenden heilig, denn die anderen Tage voll mit Terminen und der Mann nie anwesend. Aber immer wieder müssen wir feststellen, dass es schwer ist, allen gerecht zu werden.
Der Mann braucht Erholung, die Mama eigentlich auch und die Kinder… Abwechslung! Was übersetzt in unserem Fall heisst: Familien- und vor allem Papa-Zeit – zur Abwechslung mal!
Und die unschönen Dinge? Die lauern um uns rum und machen uns das Leben schwer…

Aber gut. Wie ging es weiter mit unserem Wochenende?
Der Göga bestand auf die Friseur-Sache! 
Mit dem Handy am Ohr hütete er die drei Kinder. Ich wagte mich mutig zum mexikanischen Haarkünstler und verbrachte die ersten 2 Stunden überhaupt ohne den kleinen Mexikaner!! 

Während mir dank der mexikanischen Färbung (und der Angst vor dem Blick in den Spiegel “danach”) die Tränen in die Augen stiegen, kreisten meine Gedanken… und ich fasste einen Entschluss:
Ich möchte unbedingt und ohne weitere Verzögerung unschöne Dinge abgeben!

Die Farbe war also keine halbe Stunde vom Kopf und ich rief eine mir kürzlich empfohlene “Muchacha” (so werden die Haushaltshilfen hier genannt) an.
Ich muss dazu sagen, in Mexiko kann man sich generell Hilfe in vielerlei Hinsicht für kleines Geld holen, aber man muss das auch wollen. Ich persönlich fühle mich in meinem Zuhause nicht wohl, wenn jemand um mich herumputzt. Die Haushaltshilfe in China hatte mir zudem einiges an den Möbeln kaputt gemacht, ungefragt unser Telefon benutzt, es dann erst noch abgestritten und geklaut wird ausserdem leider auch gern immer mal wieder etc. pp. Auf so etwas hatte ich keine Lust…

Aber ich kam nun doch zu der Einsicht, dass ich  n i c h t  Wonder Woman bin und dass es so wie es läuft, nicht weiter laufen kann und soll.

Lange Rede, kurzer Sinn!

Folgende Erkenntnisse resultierten also aus den vergangenen sieben Tagen unter mexikanischer Sonne…

1. Nutze die Zeit, die dir gegeben ist!
Zusätzlich zu dem alltäglichen Allerlei, welches mich in die Knie gezwungen hat, sind zwei Deutsche in dieser Woche in einer eigentlich “besseren” und ruhigen Gegend mal eben so über den Haufen gefahren worden – die Fahrer einfach verschwunden! Zum Glück haben sie überlebt! Aber mir lief es eiskalt den Rücken runter… Klar, Unfälle passieren häufig, aber selten kennt man die Personen und im Ausland hat alles (zumindest für mich) noch mal anderes Gewicht.
Die uns zur Verfügung stehenden gemeinsamen Stunden müssen besser und wertvoller genutzt werden!

Und damit ich die besagte mir gegebene Zeit – vor allem mit meinen Kindern – besser nutzen kann…

2. Gib unschöne Dinge ab!
Seit Dienstag also hab ich nun zwei Tage die Woche eine Putzfrau und obendrein macht sie am Wochenende auch noch den Garten mit. Und ich nutze meine Nicht-Wonder-Woman-Kräfte für anderes…  

3. Zitronenkuchen schmeckt besser als Zitronenlimonade!
Bisher habe ich immer versucht Limonade aus den mir mir gegebenen Zitronen (vor allem in Hinsicht der Arbeitszeiten meines Mannes) zu machen. Aber warum nicht mal was anderes machen. Warum nicht mehr aus dem machen, was man hat und geboten bekommt?
Ich rede zwar von Zitronen, aber denke eher: Think pink… and different! (Übrigens trägt die Mittlere seit dem Kindergeburtstag vor zwei Tagen pinkfarbenen Nagellack – das hat sie definitiv nicht von mir! Aber ich denke, ich kann noch viel von ihr lernen hinsichtlich ihrer pink- und rosafarbenen Einstellung im Alltag.)


Nur eine Woche, aber sie kommt mit Geschenken daher! Einsicht ist doch ein Geschenk, oder?

Aber das Beste: Ich hab etwas mehr Zeit!
Und diese habe ich genutzt. Mit etwas medialer Abstinenz und dafür mehr intensiven Momenten mit meinem kleinen Baby-Mexikaner – und natürlich den anderen zwei unaufhörlich vor sich hinwachsenden, wunderbaren Geschöpfen (die selbstverständlich auch mal ihre nicht so wunderbaren Momente haben – nur als Einschub in Sachen #mehrrealität).

Ach so und eine Sache hätte ich beinah noch vergessen:
4. Wenn einem nach Frühling und Ostern ist, warum nicht 5 Wochen vorher schon mal ein paar Eier an den Strauch bammeln!?
Also, auch das Wohnzimmer hat sich verändert!

Habt ein schönes buntes Wochenende – mit viel Pink, Kuchen und… Zeit!

Eure Buntlocke

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