Der Grundriss oder: 5 müssen unter ein Dach!

Nur noch wenige Tage trennen uns von der Materialisierung unseres Wohntraums aus Holz! Nachdem das Grundstück beinah’ ein Jahr auf seinen Einsatz gewartet hat, ging es in den vergangenen Tagen dort recht munter zu und aus einem brachliegenden Stück Wiese wurde eine Baustelle.

Der Bodenaustausch (bis zu 50 cm tief) fand bereits statt und das Thermofundament wurde in dieser Woche erstellt bzw. bereits abgeschlossen!
Dass so ein Thermoboden nicht jeder macht, merkt man auch an den interessierten Nachfragen der Nachbarn drumherum…

Bis hierher ist es jedoch ein mehr oder weniger langer Weg. Zunächst beschäftigt man sich Tage und Wochen mit der eigentlichen Planung des zukünftigen Domizils – dem Grundriss. Denn das wahre Traumhaus ergibt sich am Ende erst durch das richtige Zusammenspiel zwischen dem äußeren Erscheinungsbild und einer durchdachten Grundrissplanung.

Diese wird i.d.R. ja schon einmal vom Schnitt des Grundstücks bestimmt.
Da unseres quadratisch geschnitten ist und genügend Platz in der Breite bietet, konnten wir unseren Traum von einem rechteckigen Haus gut umsetzen.
Dazu kam der Umstand des Küchenanbaus, welcher durch die Bauvorgabe bestimmt wurde. Zusammen mit dem Grundriss des Ausgangshauses aus dem Katalog des Anbieters hatten wir also die Grundlage.
Dann überlegten wir weiter…

Wir sind eine 5-köpfige Familie, die Platz für Gemeinsamkeit braucht. Jedoch sollte sich auch jeder zurückziehen können. Sprich, eine richtige Mischung aus Nähe und Distanz muss her.
Ebenfalls ganz wichtig: der Ablauf des Alltags muss berücksichtigt werden!  
Also sammelten wir zunächst unsere Ideen und “Ansprüche” an den Grundriss für unser Schwedenhaus.


Folgendes ergab sich daher für das Erdgeschoss:

Durch den Küchenanbau war unser Kommunikationszentrum schon einmal grundsätzlich festgelegt – vor allem weil er Platz für eine Kücheninsel und einen Esstisch bietet. Die Küche sollte jedoch abtrennbar vom restlichen Wohnraum sein, damit man beim größten Chaos auch einfach mal die Tür zumachen kann.
Außerdem sollte im Idealfall hier die Sonne am Morgen reinscheinen bzw. der Essplatz generell hell gestaltet sein. 

Zusätzlich zur großen Küche ein Esszimmer zu haben, empfinde ich als besonderen Luxus. Hier soll die Familie vor allen an Feiertagen und sonstigen besonderen Anlässen zusammenkommen. Platz für einen großen Weihnachtsbaum und ein Kamin, der auch vom Wohnzimmer aus nutzbar ist, waren hier unsere Wünsche.  
Zudem haben wir uns in Mexiko ein Klavier zugelegt, welches einen zentralen Platz bekommen soll. Mein Göga, der Klavierspieler in der Familie, wollte nach den Jahren ohne im Ausland, gern wieder eins haben und zu unserer großen Freude, haben auch die beiden älteren Kinder Spaß daran. Ich träume also schon von zukünftigen kleinen Weihnachtskonzerten in unserer Schwedenhütte! *hachz*

Das Wohnzimmer.
Beim Grundrisse-Stöbern im Internet war mir aufgefallen, dass heutzutage in den Wohnzimmern nur noch für eine Couch und einen Flachbildfernseher Platz vorgesehen wird. Da ich für mein persönliches Wohlbefinden Regale und Bücher brauche (und wo lassen die Leute denn die ganze Deko oder legen sie die auf der Festplatte ab…), musste hierfür entsprechend mehr Platz einkalkuliert werden. 
Außerdem ist durch unser Auslandsleben auch einiges an Möbeln zusammengekommen. Diese erzählen ein Stück unserer Lebensgeschichte und müssen daher einen Platz im Haus finden. Wir haben also auch ein klein bisschen unser Schwedenhaus um unsere Möbel herum geplant.

Des weiteren wichtig im Erdgeschoss: Gäste-Bad, Gäste-/Arbeitszimmer und natürlich der HWR.

Aufgrund der Größe des Flurs und einem gewünschten Arbeitszimmer, mussten Gäste-WC und HWR etwas zurückstecken. Aber irgendwo muss man ja immer Kompromisse machen.

Der HWR ist mehr oder weniger reiner Technikraum. Das heißt, hier finden Wärmepumpe, Elektroschränke, der Heizkreisverteiler und die Wasseruhr Platz. Wir stellen noch die Waschmaschine und einen Trockner, integriert in eine kleine Küchenzeile mit Waschbecken, dazu.
Wie oft üblich, besitzt auch unser Hauswirtschaftsraum eine Außentür, durch die dann die Hausfrau mit den zukünftigen Großeinkäufen direkt in die Küche trampeln kann… 

Das Arbeitszimmer soll Rückzugsort für solch’ “schöne” Dinge wie Steuererklärung & Co. werden. Ich seh’ den Göga noch vor mir, wir er im alten Haus im Wohnzimmer – um sich herum sämtliche Ordner und Ablagekästen – mit dem Laptop auf dem Sofa saß. Darauf hab ich keine Lust mehr! Und meine Nähmaschine sowie kistenweise Stoffe und Knöpfe (die ich in einem Anfall von Wahn auf dem Pekinger Stoffmarkt geshoppt habe) müssen dort ebenfalls unterkommen. Ein gemütliches Gästebett soll das Zimmer abrunden.

Dass der Flur genügend Raum bieten soll für die zweihundertdrölfzigtausend Kleidungsstücke und Schuhe einer fünfköpfigen Familie, war von vornherein klar. Hier möchten wir einen großen Schrank unterbringen, der das Chaos schlucken soll. Zudem ist die Verkleidung des Raumes unter der Treppe nach oben geplant, der wiederum noch einiges an Dingelchen und Sächelchen abfangen soll.
Weil wir nicht gleich ab der Haustür im Wohnbereich stehen wollen, ist der Flur durch eine Tür abgeteilt.


Das Obergeschoss:

Im oberen Geschoss sollen die Rückzugsorte untergebracht werden.
Hier befinden sich also die drei Kinderzimmer, das Elternschlafzimmer und der “Allrum” – sprich, das Familienzimmer. Außerdem haben wir ein Familienbadezimmer geplant sowie ein Duschbad, damit es morgens bei 5 Leuten keinen Stau gibt.
Das Duschbad liegt dabei zwischen den Zimmern der Jungs. Das Zimmer der Tochter ist sicher neben dem großen Bad gut aufgehoben. Diese hat mich nämlich bereits schon jetzt (mit ihren gerade mal 4 Jahren) zum Kauf von roten Nagellack für die Fußnägel überzeugt und wird sich in (hoffentlich noch sehr ferner) Zukunft bestimmt immer an meinem Make up gütlich tun (oder ich mich an ihrem…?).

Aufgrund der zwei Dusch-Möglichkeiten im OG, haben wir uns unten im Gäste-WC gegen eine Dusche entschieden. Ohnehin reicht der Platz dafür wegen dem großen Flur nicht für eine weitere Dusche aus.
Zudem muss man sich ja grundsätzlich auch mal fragen, wer das alles putzen soll, bitte schön… 

Und da wären wir dann durch. Reicht auch hin!

Nun werden wir bald sehen, ob sich unsere ganze Theorie auch in der Praxis bewährt. Bislang habe ich noch von niemanden gehört, der ein Haus gebaut hat und dem hinterher nicht noch Dinge aufgefallen sind, die er hätte anders machen können.
Also wird auch sicher bei uns der Moment kommen, in dem wir uns fragen, warum wir dieses und jenes so und nicht anders gemacht haben.

Wie dem auch sei. Derzeit schweden, äh schweben wir auf Wolke 7! 

Aus Kostengründen und auch wegen der Erinnerung an unser altes Heim, haben wir uns übrigens gegen einen Keller entschieden. Diesen damals auszuräumen war der helle Wahnsinn.  
Lagerraum befindet sich auf dem Dachboden und zudem im kleinen Nebengebäude, welches zusammen mit dem Carport plus angeschlossener Werkstatt und dem Wohnhaus, einen Dreiseithof bildet.
Hiermit schlagen wir einen kleinen Bogen zu unserem zukünftigen Lebensmittelpunkt: Norddeutschland♡.

To be continued.

Eure Buntlocke

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6 Kommentare auf "Der Grundriss oder: 5 müssen unter ein Dach!"

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Julia
Gast

Hallo Janine,
der Grundriss sieht toll aus, vor allem die große Küche. Einen Keller würde ich im nächsten Haus auch nicht mehr wollen. Sehe ich genauso!
Darf ich fragen, für welche Art der Verdunkelung bzw. des Sonnenschutzes ihr Euch entschieden habt (also an den Fenstern)? Da habe ich bisher bei Schwedenhäusern noch nichts gefunden, das mich überzeugen würde.
Liebe Grüße
Julia

Lina
Gast

Hallo liebe Janine!!
Oh das klingt alles toll und durchdacht!! Wird sooo schön!

Hast du schon mal überlegt Waschmaschine und Trockner auf der Etage zu plazieren wo die Wäsche meist anfällt und auch wieder Richtung Schränke getragen werden muss?
Ich habe hier in Bukarest die Maschine oben im Bad bei den Schlafräumen. Das ist sooo cool denn ich muss nicht ständig mit vollen Wäschekörben die Treppe rauf und runter rennen! Kann ich also empfehlen!

Liebe Grüsse
Lina